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Das Grüne Binnenland ist nicht nur bei Radfahrern eine beliebte Urlaubsdestination. © photocompany

Für die Umsetzung regionaler Projekte sind noch Fördermittel über die AktivRegion Eider-Treene-Sorge vorhanden. Der Vorstand entschied kürzlich über zwei Projekte aus den Bereichen Daseinsvorsorge und Natur- und Kulturtourismus, die unterstützt werden sollen. Eine Qualitätsoffensive im Binnenland-Tourismus soll dem aktuellen Strukturwandel entgegenwirken. Die Gemeinde Süderheistedt beantragt die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Entwicklung eines MarktTreffs im Ort.

Aufgrund der Insolvenz der Gaststätte „Zum Eichenhain“ in Süderheistedt fallen Räumlichkeiten für Sitzungen, Veranstaltungen sowie private Feiern weg. Um die Ortsmitte und das Gemeindeleben wieder zu stärken, soll hier nun ein MarktTreff entstehen. Eine Machbarkeitsstudie soll aufzeigen, wie ein zukunftsfähiger MarktTreff sowie passende Nutzungsmöglichkeiten aussehen könnten. Als Nutzungsideen sind bisher ein Gaststättenbetrieb angedacht, ggf. eine Verkaufsstelle für Backwaren sowie Räumlichkeiten für die ehrenamtlichen Vereine. Ende November gab es bereits eine erste Informationsveranstaltung, auf der sich die Einwohner positiv gegenüber den Plänen geäußert haben. „Mit dem MarktTreff wird ein Ort der Begegnung geschaffen, der dem Amtsentwicklungskonzept, nämlich der Stärkung der Ortsmitten, entspricht. Auch wird das Projekt zum Erhalt der lebenswerten Dörfer beitragen“, so Heiko Kerber vom Amt Eider. Die Bürger sollen aktiv in die Studienerstellung einbezogen werden. Die Fördersumme der AktivRegion Eider-Treene-Sorge beträgt 17.647,06 € bei einer Gesamtinvestition von 35.000,00 €.

Das Grüne Binnenland ist aufgrund seines ländlichen und naturnahen Charakters eine beliebte Urlaubsdestination und hat mittlerweile einen festen Platz als Urlaubziel in Schleswig-Holstein. In den letzten Jahren zeichnet sich jedoch ein zunehmender Strukturwandel ab, der in erster Linie den Privatvermieterbereich und damit ca. 85 Prozent der angebotenen Betten in der Region betrifft. Experten gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren eine große Anzahl an Kapazitäten wegbrechen wird, weil die Vermieter der 1980er und 1990er ihre Vermietung aus Altersgründen aufgeben und außerdem die Markterfordernisse in weiten Bereichen nicht mehr erfüllt werden. Ein Ausscheiden aus dem Markt hat erhebliche Einbußen für Umsätze, Wertschöpfung und Arbeitsplätze zur Folge. Bedingt durch die Auswirkungen der Coronapandemie hat der Strukturwandel bereits jetzt an Fahrt aufgenommen. Dazu kommen die steigenden Ansprüche der Gäste, die den Wunsch nach qualitativ hochwertiger Einfachheit in einer authentischen, entschleunigten und naturbezogenen Urlaubsumgebung haben. Die Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland e. V. möchte dieser Entwicklung mit einer neu zu schaffenden Personalstelle entgegenwirken. Dabei soll das Projekt u. a. die ehrenamtlich geführten Tourismusvereine zukunftsorientiert ausrichten und professionell unterstützen. „Zusätzlich ist eine Qualitätsoffensive im Privatvermieterbereich geplant“, sagt Marianne Budach von der Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland. Diese zielen unter anderem auf eine saisonale Unabhängigkeit und die Gewinnung neuer Zielgruppen ab, so die Touristikerin weiter. Die Qualitätsoffensive ist ein Kooperationsprojekt mit der AktivRegion Mitte des Nordens. Die Fördersumme beträgt 43.440,00 € bei einer Gesamtsumme von 155.272,00 €.

Da bis zum Frühjahr nächsten Jahres noch ausreichend Fördermittel aus der aktuellen Förderperiode zur Verfügung stehen, startet die AktivRegion Eider-Treene-Sorge einen Projektaufruf. „Aktuell sind noch genügend Fördermittel vorhanden“, so Tim Richert, Regionalmanager der AktivRegion. „Wir möchten gern so viele hochwertige Projekte wie möglich in der Region unterstützen und damit die Mittel vor Ort binden.“ Die Passgenauigkeit zu den regionalen Entwicklungszielen kann im Gespräch mit dem Regionalmanagement ermittelt werden. Dieses hilft auch bei der Projektentwicklung und begleitet durch das Antragsverfahren. Der nächste Stichtag ist der 20. Januar 2022.

Gefördert durch

Impressionen

Regionalmanager Tim Richert