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2015 verabschiedete die Nordkirche das Kirchengesetz zur Förderung des Klimaschutzes in der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland (https://www.kirchenrecht-nordkirche.de/document/34425). Das darin festgeschriebene Klimaschutzziel (§2) sieht eine schrittweise Senkung der Treibhausgasemissionen der Nordkirche bis zum Jahr 2050 auf null vor (CO2-Neutralität). Um dieses Ziel gemeinsam erreichen zu können, sind die Kirchenkreise der Nordkirche aufgerufen, ein Klimaschutzmanagement und Energiecontrolling aufzubauen.

Der Ev.-Luth. Kirchenkreis Nordfriesland beabsichtigt auf der Grundlage des 2012 von der Universität Flensburg im Auftrag der Landeskirche erstellten integrierten Klimaschutzkonzepts der Nordkirche (https://www.kirchefuerklima.de/klimaschutz.html), die erforderlichen Maßnahmen auf die dezentrale Lage und die überwiegend ländlich geprägten Bedingungen Nordfrieslands zu übertragen.

Zur Erreichung der damit verbundenen Ziele ist im Jahr 2019 die unbefristete Stelle eines Klimaschutzmanagers/ einer Klimaschutzmanagerin eingerichtet worden. Die AktivRegionen Nordfrieslands unterstützen die Pilotphase dieses Vorhabens.

Projektinhalte

Das Klimaschutzmanagement des Kirchenkreises umfasst insbesondere folgende Aufgaben:

  1. Planung, Organisation und Auswertung des Modell-Projekts
  2. Erhebung von Liegenschafts-, Verbrauchs- und Abrechnungsdaten der Gebäude des Kirchenkreises
  3. Erstellung eines jährlichen Energie- und Emissionsberichtes des Kirchenkreises an den Kirchenkreisrat über die dem Energiecontrolling unterliegenden Gebäude im Kirchenkreis
  4. Vorbereitung eines Energieeffizienz-, Gebäude- und Liegenschaftsmanagements in enger Zusammenarbeit mit den Fachkräften im Bereich Bau / Liegenschaften, Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen für eine effiziente Gebäudenutzung und die energetische Optimierung von Gebäuden hinsichtlich Wärme- und Stromverbrauch mit dem Ziel, die für die Nutzung der Gebäude nötige Energieumwandlung zu reduzieren und Betriebskosten zu senken
  5. konzeptionelle Entwicklung und Projektmanagement von Klimaschutzaktivitäten im Kirchenkreis Nordfriesland
  6. Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen mit dem Ziel, die CO2-Emissionen der Mobilität von ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitenden im Kirchenkreis zu reduzieren (Mobilitätsmanagement)
  7. Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen mit dem Ziel, im Bereich Beschaffung die CO2-Emissionen unter Berücksichtigung von Ressourcenverbrauch sowie ökologischer und sozialer Kriterien zu reduzieren
  8. Beratung, Motivation und Unterstützung der Kirchengemeinden beim Energiecontrolling und örtlichen Klimaschutzmaßnahmen
  9. Klimaschutzrelevante Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung, Vorträge und Schulungen für Haupt- und Ehrenamtliche, insbesondere zu den Themen Energieverbräuche, Einsparpotentiale und Umweltschutz
  10. Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in enger Zusammenarbeit mit den Fachkräften der Bereiche Bildungsarbeit, Ökumene und Öffentlichkeitsarbeit

Projektziele

  • Implementierung des Klimaschutzmanagements in die Kirchengemeinden, Einrichtungen, Dienste und Werke des Kirchenkreises Nordfriesland

    Der Ev.-Luth. Kirchenkreis Nordfriesland will Akzeptanz und Bewusstseinsbildung für die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit schaffen, die Menschen in allen Gemeinden und Regionen Nordfrieslands von der Notwendigkeit wie auch den Einsparpotentialen durch modellhafte Maßnahmen überzeugen und das Energiecontrolling und Klimaschutzmanagement in den Kirchengemeinden, Diensten und Werken fest verankern.

  • Modellhaftigkeit

    Um die Bereitschaft der Kirchengemeinden und Einrichtungen im Kirchenkreis für die Einführung von klimaschutzrelevanten Maßnahmen zu wecken, nachhaltig zu stärken und Erfahrungen bzgl. der Einsparpotentiale zu sammeln, beabsichtigt der Ev.-Luth. Kirchenkreis Nordfriesland, modellhaft in mindestens 4-5 für das Projekt geeigneten Kirchengemeinden und übergemeindlichen Einrichtungen, (z.B. in einer Stadtgemeinde, einer kleinen Landgemeinde, einer touristisch geprägten Inselgemeinde, einer Wohneinrichtung für Behinderte und/ oder eine KiTa) die klimaschutzgerechte Ertüchtigung von Gebäuden und Implementierung eines Energiemanagements durchzuführen.

  • Bewusstseinsbildung und Bildungsprozesse

    Durch Aufklärung und bewusstseinsbildende Maßnahmen soll generationsübergreifend für das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit sensibilisiert, die Akzeptanz hinsichtlich der erneuerbaren Energien (Wind, Solar und Biogas) gesteigert und die Einsicht und Bereitschaft für klimafreundliches Verhalten in der Region geweckt und gestärkt werden.

  • Bildungsarbeit

    Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind zentrale Maxime der Evangelischen Kirche. Der Kirchenkreis Nordfriesland hat sich in diesem Kontext im vergangenen Jahr (2018) schwerpunktmäßig mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz beschäftigt. Das Jahresthema 2018 lautete: „Guten Morgen - Aufgeweckt die Schöpfung gestalten“. Das Jahresthema 2019 „Anders handeln“ knüpft unmittelbar daran an. Die Jahresthemen werden in einer Vielzahl Aktionen und Bildungsprojekten ausgestaltet. Das Jahresthema 2018 setzte Schwerpunkte zum Thema Klimaschutz und Klimagerechtigkeit, die den Boden für das Projekthaben bereitet haben.

    Das geplante Modellprojekt wird in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen kirchlichen Bildungsträgern die Ergebnisse und Erfahrungen für die Bildungsarbeit und vielfältigen Formen nutzbar machen.

  • Bürgerbeteiligung und Stärkung des Ehrenamts

    Die Implementierung des Klimaschutzmanagements im Kirchenkreis setzt auf die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern. Ehrenamtliche sind auf allen Ebenen an dem Projekt und den entsprechenden Entscheidungen beteiligt, so z.B. in den Ausschüssen der Gemeinden, die Bau- und Energiebeauftragten der Einrichtungen und des Kirchenkreises, die gewählten ehrenamtlichen Mitglieder der Kirchengemeinderäte, des Kirchenkreisrates, der Kirchenkreissynode, des Bau- und Klimaausschusses. 

  • Qualifizierung von Mitarbeitenden

    Auch die hauptberuflich Mitarbeitenden vor Ort werden operativ in das Projekt einbezogen, so vor allem die Küster und Hausmeister, die für den Klimaschutz sensibilisiert, in ihrem Zuständigkeitsbereich mit dem Energiecontrolling vertraut gemacht werden und durch Schulungen z.B. für die Bedienung und optimale Nutzung von Heizungs-, Lüftungs- und Beleuchtungskonzepten qualifiziert werden.

  • Kooperation mit Fachbetrieben Den Unternehmen vor Ort kommt eine besondere Rolle zu. Sie haben die Möglichkeit, sich z.B. als Bau- oder Handwerksbetriebe für Elektro und Heizungsinstallation oder Dienstleister auf Ausschreibungen der investiven Maßnahmen zu bewerben, ihr fachliches Angebot in Bezug auf klimaschutzgeeignete Technologien zu erweitern und sich an dem öffentlichen Diskurs zum Thema zu beteiligen.
  • Vernetzung und Kooperation

    Zu den Aufgaben und Arbeitsgrundlagen des/ derKlimaschutzmanager*in gehört die Vernetzung und Zusammenarbeit mit Bildungsträgern- und einrichtungen in der Region, den kommunalen Partnern vor Ort  sowie zivilgesellschaftlichen Initiativen und Akteur*innen.

    In der inhaltlichen Umsetzung vor Ort wird er/ sie eng mit den Fachkräften des Kirchenkreises in den Bereichen Bau/Liegenschaften, Energie/Beschaffung, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising/ Fördermittelberatung zusammenarbeiten. Das Projekt fördert den Austausch der Kirchengemeinden mit den kommunalen Gemeinden sowie des Kirchenkreises mit dem Kreis Nordfriesland und den politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen. Mit der überregionalen Vernetzung, so mit anderen Kirchenkreisen und der Landeskirche wird eine Ausstrahlung des Projektes über die Grenzen Nordfrieslands hinaus ermöglicht.

  • Klimaschutzrelevante Beiträge zur Daseinsfürsorge

    Mit der Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen eines Mobilitätsmanagements (z.B. die Bereitsstellung von E-Fahrzeugen für die gemeinsame Nutzung von Haupt- und Ehrenamtlichen, Bildung von Mitfahrer-Portalen usw.) und eines Beschaffungsmanagements (z.B. Beschaffung von ökofairen und regionalen Produkten) werden die Lebensbedingungen der Bevölkerung in den ländlichen Regionen verbessert.

Kooperationspartner

  • Volkshochschule Friedrichstadt
  • Friedrichstädter Turnverein von 1865 e.V.
  • Jugendzentrum der Stadt Friedrichstadt inkl. Pfadfinder
  • Stella Vitalis Seniorenzentrum Friedrichstadt

Projektträger:

Ev.-Luth. Kirchenkreis Nordfriesland

Ansprechpartner:

Ev.-Luth. Kirchenkreis Nordfriesland

Projektlaufzeit:

Sommer 2019 - Sommer 2022

Gesamtinvestition brutto:

EUR 261.327,80

Gesamtinvestition netto:

EUR 25.000,00

Förderung:

EUR 180.867,24

Davon anteilig:

  • AktivRegion Nordfriesland Nord: EUR 70.465,88
  • AktivRegion Südliches Nordfriesland: EUR 69.850,93
  • AktivRegion Uthlande: EUR 28.142,94
  • AktivRegion Eider-Treene-Sorge: EUR 12.407,49

Klimaschutzmanagement im Kirchenkreis Nordfriesland

Kontakt: Ev.-Luth. Kirchenkreis Nordfriesland
Telefon: 04841/668740
E-Mail: info[at]kirchenkreis-nordfriesland.de
Webseite: www.kirche-nf.de

Gefördert durch

Impressionen

Kontakt: Regionalmanager Michael Helten